Now Reading
Ich will mich nicht mehr kleinmachen!

Ich will mich nicht mehr kleinmachen!

Ich will mich nicht mehr kleinmachen The Bold Woman

Ich will mich nicht mehr kleinmachen!

Erst neulich sagte meine Mutter zu mir: „Meike, aus dir wäre eine tolle Lehrerin geworden, du kannst so wunderbar erklären, dass es jeder leicht versteht!“ – „Aber ich bin doch Lehrerin, Mama!“, war meine Antwort. Nur bin ich eben nicht den klassischen Weg gegangen, sondern habe als Online-Kurs-Dozentin meine eigene Nische geschaffen. Ich bin genau da, wo ich meine Fähigkeiten und Leidenschaft täglich voll ausleben kann und somit vielen Menschen helfe. Doch das war nicht immer so, denn lange habe ich viel zu kleine Brötchen gebacken!

Kennst du das, wenn man etwas so richtig gut kann und das selbst gar nicht wertschätzt? Man spricht hier auch vom „Curse of Knowledge“. Dieser „Fluch des Wissens“ lässt dich und mich die eigene Einzigartigkeit partout nicht als etwas Besonderes sehen. Was uns leicht fällt, kann nichts wert sein, denken wir oft.

Meine große Leidenschaft war schon immer das Erklären – und das vor allem mit diversen Visualisierungstechniken. Denn nur, wenn wir innere Bilder zu einem Thema haben, können wir Informationen auch gut verarbeiten und uns merken. Eine andere große Passion von mir ist es, Menschen dazu zu bringen, besser über sich selbst zu denken, über den Tellerrand zu sehen und letzten Endes auch über sich hinauszuwachsen. Für mich selbst entwarf ich allerdings lange ein sehr kleines Bild. Denn obwohl ich sicher nie Lehrerin werden wollte, weil mir das Schulsystem viel zu reglementiert erschien, setzte ich mir selbst jede Menge Schranken, was meine beruflichen und finanziellen Möglichkeiten betraf. Eigentlich dachte ich, dass ich mit meiner Entscheidung zur Selbständigkeit den Weg in die Freiheit gewählt hatte. Doch letzten Endes brauchte es Jahre und viele Erkenntnisse und Learnings meinerseits, bis ich mich tatsächlich frei fühlen durfte.

Nachdem ich schon in Schulzeiten immer wieder von meinen Lehrern zur Lernhilfe vermittelt wurde, war mein erster Weg in die Selbständigkeit ein Lerncoaching Institut. Nach all meinen Ausbildungen in NLP, Coaching und Training war ich äußerst qualifiziert. Doch tatsächlich hatte ich mich – ohne viel darüber nachzudenken – in einem Markt positioniert, wo ich mit Studenten und Lehrern konkurrieren musste, die ihren Teil des Kuchens schwarz am Küchentisch verdienten. Ich hingegen hatte Zahlungen für Mitarbeiter, Miete, Steuern und andere Abgaben, das war klarerweise ein sehr ungleicher Wettbewerb. Nachdem die meisten Eltern wenig Geld hatten, war selbst ein Honorar von nur 30 Euro in der Stunde für die meisten viel zu viel. Da ich gut rechnen konnte, fragte ich mich oft, wie ich hiermit jemals auf einen grünen Zweig kommen sollte. Die beste Antwort, die mir damals einfiel, war Gruppen-Unterricht, der meine Einnahmen-Situation zumindest ein bisschen verbesserte.

Erschwerend kamen dann Maßnahmen in der Wiener Regierung hinzu, die einen tiefen Krater in die gesamte, außerschulische Weiterbildung rissen. Die Stadt Wien bot plötzlich kostenlosen Nachhilfe-Unterricht an. Viele Institute mussten schließen. Frisch geschieden mit zwei kleinen Kindern und der Last der Schulden alleine auf meinen Schultern wusste ich oft nicht weiter. Meine Bank zwang mich außerdem, mindestens 20 Stunden als Angestellte zu arbeiten, das erschwerte zusätzlich meine Selbständigkeit. Obwohl ich große Geldsorgen hatte, investierte ich immer wieder in Werbe-Maßnahmen, um endlich das Ruder herumzureißen, doch irgendwie schien alles vergeblich. Jeder, der sich schon Geld bei Freunden und Verwandten geborgt hat, um die Miete zahlen zu können, weiß, wie schlimm sich das anfühlt – vor allem, wenn du keine Ahnung hast, ob du es jemals zurückzahlen kannst. Doch was sollte ich tun, außer weitermachen? Ein Privat-Konkurs war für mich keine Lösung!

Der große Game-Changer kam im Jahr 2012 in Gestalt einer Bekannten, die mich fragte, ob ich mit ihr nach Zürich zur „Laptop Millionaire World Tour“ fahren möchte. Ich hatte mich damals noch wenig mit Methoden des Online-Marketing beschäftigt, mehr als eine Webpage und eine Facebook Seite hatte ich nicht und das Wort „Millionaire“ klang mir eher unseriös. Und doch fuhr ich mit. Mein Glück!

Ich saß drei Tage lang von früh bis spät aufrecht im Seminarraum und schrieb ein ganzes Notizbuch aus. Unglaublich, was dieses Online-Business tatsächlich war! Das hatte mit ein bisschen Webpage und Facebook wenig zu tun! Kaum zuhause in Wien angekommen, fing ich an, Webinare zu halten und meine ersten Online-Kurse zu erstellen. Das war zu der Zeit noch etwas schwieriger, denn vieles der heutigen Software war damals noch nicht am Markt. Doch ich ließ mich nicht aufhalten. Schon wenige Monate nach Zürich hatte ich zig Webinare gehalten und all meine Lerncoaching-Inhalte einschließlich meiner Trainer-Ausbildung auf meine erste eigene Kurs-Plattform geladen. Noch heute verdiene ich regelmäßig an diesen Kursen!

Was dann geschah, war sehr spannend: Plötzlich wollten immer mehr UnternehmerInnen von mir wissen, wie das denn so funktioniert mit den Digitalen Produkten. Den ersten half ich noch als reiner Freundschafts-Dienst. Doch nachdem die Nachfrage immer größer wurde, begann ich nun, Kurse zum Thema Online-Marketing und dem Erstellen von Online-Produkten anzubieten. 2013 startete ich „Follow me!“, meine erste Kurs-Plattform zu diesem Thema. Für nur sieben bis neun Euro im Monat konnte man hier mein akkumuliertes Wissen zum Thema Online-Marketing buchen. Auf diesen Kurs folgte bald mein erstes Jahres-Programm „Marketing Basics für UnternehmerInnen“ und Ende 2015 begann ich dann, meine Kurse auch auf Udemy, der größten Lern-Plattform weltweit, zu stellen.

Damals war das noch ein gutes Geschäft! Schon im ersten Monat verdiente ich fast 3000 €! Ich dachte: „Jetzt hast du es geschafft, das ist es!“  Doch kurz darauf startete Udemy die Einführung einer extremen Billigpreis-Politik, die die Umsätze drastisch sinken ließ und die dazu führte, dass ich mich rasch fast vollständig zurückzog. Trotzdem bin ich dort auch heute noch bei weitem die beste, deutschsprachige, weibliche Dozentin mit über 50.000 Teilnehmern und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,5 von 5 Sternen. Letzten Endes bin ich froh über diesen Bruch, denn auf Udemy wäre ich immer nur „Mieterin“ gewesen. Meine äußerst guten Bewertungen dort hatten mir gezeigt, dass ich tatsächlich vielen Menschen helfe und mich ermutigt, die Angebote auf meiner eigenen Plattform drastisch zu erweitern. Und genau das verschaffte mir meinen nachhaltigen Erfolg und Umsätze, die ich lange Zeit gar nicht für möglich gehalten hätte. Immer öfter wurde ich als die „Online-Kurs-Queen“ vorgestellt.

Heute habe ich schon weit über 100 Online-Kurse erstellt und verdiene im guten sechsstelligen Bereich – ganz ohne Mitarbeiter und von Zuhause aus. Heute helfe ich UnternehmerInnen mit meinen Kursen und meinem Mentoring, ebenfalls ein erfolgreiches Online-Business aufzuziehen. Heute kommen 70 – 80% meines Einkommens aus passiven Einnahmen durch meine Online-Kurse. Doch ich weiß noch sehr gut, wie es war, als ich von früh bis spät arbeitete, mein Bestes gab und nicht davon leben konnte.

Und das lag vor allem an zwei Dingen. Das erste war meine mangelnde Sichtbarkeit: Während andere in der Branche sich bei jeder Gelegenheit zeigten, blieb ich lieber im Verborgenen. Ich konnte mich einfach nicht auf Video ansehen, denn bei jeder Aufnahme fühlte ich mich wie das Kaninchen vor der Schlange und war meiner Meinung nach steif und humorlos. Glücklich machte mich das Erstellen von Online-Kursen, das Präsentieren und Anbieten ließ ich lieber weitgehend bleiben. Doch obwohl ich mich nicht einmal in meinen Kursen und Webinaren auf Video zeigte, sondern ausschließlich meinen Bildschirm, stieg meine Fan-Gemeinde stetig an. Das ungemein schöne Feedback, das ich fast auf Tagesbasis erhielt, ließ mich irgendwann diesen Bann durchbrechen. Heute siehst du mich fast täglich auf Video und ich kann dir verraten, dass es einen Riesen-Unterschied in meinem Geschäfts-Erfolg ausgemacht hat.

Meine zweite große Erfolgs-Bremse war der monetäre Wert, den ich mir selbst gab. Ganz lange rechnete ich in Stunden-Sätzen, die ich mit meinem früheren Angestellten-Gehalt verglich. Sehr oft fand ich mich viel zu sehr in den Köpfen von Kunden, die sich mich nicht leisten können und gab ungefragt hohe Rabatte. Nicht nur einmal erlebte ich, dass diese „armen Kunden“ sich kurze Zeit darauf anderswo teure Programme leisteten. Heute kann ich erkennen, dass meine Begabung, Struktur und Klarheit in jedes Business zu bringen, sehr viel wert ist. Jedes Mal, wenn mich mehr Kunden für ein Coaching wollen, als ich bedienen möchte, ist es Zeit, meine Preise zu erhöhen. Denn so funktioniert der Markt: Das Angebot wird durch die Nachfrage bestimmt. Ob ein potenzieller Kunde sich mich leisten kann und will, belasse ich heute in seinem Kopf.

Ich kann meinen jahrelangen Existenz-Kampf auf meinen Ex-Mann schieben, der keine Gelegenheit ausließ, mir zu sagen, dass ich „das nicht schaffe“, ich kann meine Eltern verantwortlich machen, die mich gerne als Lehrerin gesehen hätten oder einfach die Umstände verantwortlich machen, denn es ist nicht leicht, zwei Kinder alleine großzuziehen und dabei noch eine große Schulden-Last zu tragen.

Doch wenn ich ehrlich zu mir bin, dann muss ich zugeben, dass meine eigenen Glaubenssätze und inneren Beschränkungen mein größtes Hindernis waren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich selbst lange Zeit in viel zu engen Kreisen gedacht hatte! Anstatt mir ein paar elitäre Kunden zu suchen, die meine unglaubliche Mehrleistung erkennen und auch bereit sind, dafür zu bezahlen, habe ich immer mehr Stunden gearbeitet, um von meinem Talent überhaupt leben zu können. 

Heute ist mein Stundenlohn mehr als das Zehnfache von damals – und meine Kunden sind froh, wenn ich sie annehme, da ich nicht viel Zeit für 1:1 Coaching reserviere. Ich möchte nie mehr dahin zurück, meine besten Gaben als „Working Poor“ zu verschleudern, nur weil ich mir selbst nicht vorstellen kann, wie wertvoll die Veränderung ist, die ich in anderen bewirke.

See Also

perfektionimus bournout - the bold woman (1)

Im Herzen bin ich nach wie vor eine leidenschaftliche Lehrerin – soweit hatte meine Mutter vollkommen Recht. Denn es erfüllt mich zutiefst, Menschen dabei zu unterstützen, täglich über sich hinauszuwachsen und größer zu denken. Mein Einkommen übersteigt allerdings bei Weitem das, was ich als klassische Lehrerin erwarten dürfte. Und nicht nur das: Auch meine Möglichkeiten und mein Einfluss sind immens größer! Ich weiß, was ich alles auf die Beine stellen kann und dass ich viel Gutes für die Welt tun kann. Ich habe die Möglichkeit, vielen Menschen zu helfen – und das ist ein wunderbares Gefühl!

Falls du heute da bist, wo ich vor einigen Jahren war, möchte ich abschließend gerne drei wichtige Learnings mit dir teilen:

Glaube an dich und deine Fähigkeiten, die Welt braucht sie!

Übe dich täglich darin, noch größer zu denken: „Was ist noch möglich?“

Vor allem aber bleib dran an deinem Traum von einem freien Leben und gib niemals auf!

 

Hast du auch eine Story, die es wert ist erzählt zu werden? Hast du etwas richtig tolles erlebt, das ausserhalb deiner Komfortzone lag und das nicht 0815 Status Quo ist? Willst du damit mal so richtig auf den Tisch klopfen und zeigen, was fuer eine Powerfrau du bist?

Oder aber du hast eine schwere Zeit durchlebt, hast alles überstanden und stehst jetzt mit erhobenem Kopf da. Willst du anderen Frauen zeigen, dass alles möglich ist, egal wie ausweglos eine Situation erscheinen mag?

So oder so: Wir glauben: Jeder Frau hat eine Story. Lass uns deine hören.

Bewirb dich jetzt:

Tell your Story

What's Your Reaction?
Excited
15
Happy
2
In Love
4
Not Sure
0
Silly
0
View Comment (1)

Leave a Reply

Your email address will not be published.

© 2020 The Bold Woman Magazine. All Rights Reserved.

Scroll To Top