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Von der souveränen Steuerberaterin zum taffen Thought Leader

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Von der Steuerberaterin zur Online-Unternehmerin und Thought Leader

Als ich mich vor zehn Jahren mit meiner Steuerberatungskanzlei selbständig machte, konnte ich nicht ahnen, wo ich heute, zehn Jahre später, landen würde.

Meine Vision beschränkte sich darauf, meinen Beruf auszuüben und das natürlich (!) bis zum Rentenalter. Dazu würde ich ein kleines Expertenteam von vier bis sechs Mitarbeitern um mich versammeln.

Ich wollte nicht „nur“ Steuerberatung, sondern auch Unternehmensberatung anbieten und zwar zu gleichen Teilen. Die Beratung und der persönliche Kontakt mit den Mandanten haben mir seit jeher am meisten Spaß gemacht.
Viele Berufskollegen bieten nur die klassischen Dienstleistungen, also Buchführung, Lohnabrechnung sowie die Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen an.

Das war mir zu wenig, denn als Betriebswirtin wollte ich immer die steuerliche Komponente mit der Unternehmensführung begleiten. Insoweit kann man das womöglich als Vision durchgehen lassen.   

Mit meiner Geschichte möchte ich dich inspirieren, Dinge anders zu machen, als du es gewohnt bist oder als es für deine Branche üblich ist. Denn genau hier liegt das größte Potential für Erfolg und persönliches Wachstum.

Bevor du jedoch etwas anders machst, musst du anders denken. Das bedeutet, du musst über den Tellerrand blicken und entdecken, was es sonst noch gibt. Außerhalb deines vertrauten Kreises, außerhalb deiner Branche und außerhalb deines üblichen Umfeldes.

“Anders denken” und “anders machen” sind ganz wesentliche Aspekte meiner Unternehmensgeschichte. Inzwischen sind sie fester Bestandteil meiner Strategieberatungen geworden.

Aber eines nach dem anderen.

Während der zweiten Elternzeit fällte ich die Entscheidung, dass ich mich selbständig machen werde. Gesagt, getan. Ich habe ein wunderschönes Büro im Herzen der Brandenburger Altstadt gefunden und angemietet.

Damals habe ich mir vorgenommen, dass ich nicht so werden möchte wie das Gros meiner Branche. Ich wollte mich nicht „assimilieren“ lassen. Und trotzdem ist genau das passiert. Schleichend. Über Jahre.

Von außen betrachtet verbinden viele Unternehmer/innen bestimmte Eigenschaften mit einem Steuerberater: pingelig, übergenau, steif, unnahbar, zahlenverliebt.

Manche nennen uns Erbsenzähler, graue Maus oder Paragraphenreiter.

Wenn ich mir Fotos in Fachzeitschriften anschaue, werden dort genau diese Vorurteile bestätigt. Meistens sind auf den Fotos Männer in dunklen Anzügen abgebildet.

Mir war wichtig, dass meine Mandanten verstehen, worum es geht. Ich wollte Licht in den Steuerdschungel bringen und sie dazu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und dass sie mitreden können.

Trotzdem habe ich mich mehr oder weniger so verhalten, wie ich es von meiner Anstellung in anderen Büros kannte: steife Korrespondenz verfasst und Aufträge abgearbeitet.

Als ich meine Kanzlei gründete, startete ich quasi von null. Ich habe eine Handvoll Mandanten von einem ehemaligen Kollegen übernommen, der damals ein Buchführungsbüro hatte. Das sind tendenziell nicht die Unternehmer, die zu einem Steuerberater gehen. Trotzdem, der Anfang war gemacht.

Denn anfangs ist sie immer da – die Angst, ob man im nächsten Monat genügend Umsatz macht, um sowohl die Fixkosten zu decken, als auch den Lebensunterhalt zu verdienen.

Zwei Jahre später habe ich gemeinsam mit einer Kollegin eine Steuerberatungsgesellschaft mbH in Berlin gegründet. Wir haben eine Kanzlei gekauft und damit den Grundstock für unsere Gesellschaft gelegt.

Unsere Einzelkanzleien haben wir weiterhin behalten.

Wir haben uns zusammengeschlossen, um Synergien zu nutzen und uns gegenseitig zu entlasten.
Jede von uns hatte andere Erfahrungen und Spezialisierungen, die wir gut kombinieren konnten. Außerdem wollten wir endlich einmal in Ruhe in den Urlaub fahren können oder eine Krankheit auskurieren, ohne all diese Fristen im Nacken zu haben, über die wir für unsere Mandanten stets ein Auge haben müssen.

Gemeinsam wollten wir schneller wachsen, ein höheres Einkommen erzielen und weniger arbeiten.

Unsere Einzelkanzleien haben wir erst einmal behalten, weil wir zum Einen die neu gegründete GmbH zum Laufen bringen mussten und zum Anderen auch nicht gleich allen Mandanten sagen wollten, dass sie jetzt von der GmbH betreut werden. Das birgt nämlich das Risiko, dass Mandanten wechseln. Damals waren die meisten meiner Mandanten aus Brandenburg an der Havel und Umgebung. Sie wären höchstwahrscheinlich nicht nach Berlin gewechselt.

Damit fing für mich eine stressige Zeit an, obwohl ich mir durch die GmbH-Gründung eine Entlastung versprochen hatte. But you never know, right?

Ich pendelte zwischen Brandenburg und Berlin hin und her und hatte, ehe ich es mich versah, doppelt so viel Arbeit zu erledigen.

Es dauerte auch nicht lange, da kriselte es zwischen meiner Geschäftspartnerin und mir.

Das hatten wir nicht erwartet! Wir haben uns so oft über unsere Träume und Visionen unterhalten. Wir kannten uns schon eine geraume Zeit – auch privat.

Wir wussten, dass wir zwei völlig verschiedene Lebenskonzepte hatten und trotzdem waren wir uns einig, dass wir wie Topf und Deckel zusammenpassen.

Im Jahr 2013 war ich dann nach einigen rechtlichen Streitigkeiten wieder aus der GmbH ausgetreten.

Nun hieß es für mich, erst einmal erholen und die Wunden heilen lassen. Denn finanziell war diese Angelegenheit für mich ein Desaster.

Trotzdem: ich bereue nicht, die GmbH gegründet, die Kanzlei gekauft und später dann die Reißleine gezogen zu haben.

Meine 3 größten Learnings daraus sind:

  1. Du kannst nie genug kommunizieren.
    Nimm niemals an, dass dein/e Geschäftspartner/in all deine Beweggründe, Emotionen und Bedürfnisse versteht oder kennt. Nicht einmal, wenn man sich wieder und wieder darüber unterhält. Glaub mir, es gibt immer noch so vieles unter der Oberfläche, was du nicht weißt.
    Gerade in stressigen und schwierigen Situationen kann das nach hinten losgehen.
  2. Es braucht klare Aufgabenteilungen, an die sich jede Partei hält.
  3. Ziele und Visionen zu haben, ist eine Sache. Sie zu erreichen, erfordert regelmäßige Analyse, Planung und Nachverfolgung.
    Andernfalls landest du die der „Business as usual“- Falle und kommst nie ans Ziel. 

Fehler zu machen, gehört zum Unternehmertum dazu!

Genauso wie Chancen abzuwägen und zu nutzen. Es gibt kein richtig und kein falsch. Oft hilft nur ausprobieren.

Wenn alle Fakten für eine Entscheidung sprechen und dazu noch Kopf und Bauchgefühl stimmen, dann kannst du in dem Moment nur richtig liegen. Dass sich später die Dinge anders entwickeln, passiert. Das ist das Leben und Leben ist Veränderung. Wichtig ist immer nur, wie du mit solchen Situationen umgehst und vor allem, was du daraus lernst.

Ich für meinen Teil habe enorm viel gelernt und möchte all diese Erfahrungen – die positiven wie die negativen – nicht missen.

Ende 2015 entwickelte sich bei mir wieder alles in eine neue Richtung.

Ich habe das erste Mal an einer “Online Challenge” teilgenommen, die damals sehr populär auf Facebook waren. Zu der Zeit waren es noch 21-Tage-Challenges. Heute hält so lange als Teilnehmer niemand mehr durch.

In der Challenge ging es um kleine Tipps für Business und Mindset. Da ich weder eine Challenge kannte, noch jemals etwas über Mindset gehört habe, hatte ich überhaupt keine Erwartungen oder Vorstellungen.

Ich konnte mich überraschen lassen und war erstaunt, wie locker und offen es in so einer Facebookgruppe zugeht. Schnell habe ich auch die ersten Kontakte geknüpft und zwar online! Das war etwas, das ich nie für möglich gehalten habe.

So kam ich überhaupt erst auf das Thema Online-Marketing und später zum Online-Business.

Das waren quasi böhmische Dörfer für mich, denn ich hatte von all dem noch nie zuvor gehört. Es war, als betrete ich vorsichtig eine Parallelwelt, die ich Schritt für Schritt entdeckte.

Leider ist es auch heute noch so, dass nur wenige meiner Steuerberater-Kollegen sich im Bereich Online-Marketing und Online-Business auskennen oder überhaupt etwas darüber wissen.

Jedenfalls bin ich immer tiefer in dieses spannende Feld abgetaucht. Es gab so viel zu lernen! Und wenn ich eines liebe, ist es, mir neues Wissen anzueignen.

Ich habe alles aufgesogen. Webinare, Landingpages, Salespages, Freebies, Facebook Ads, Podcasts, Blogposts, Facebook Pixel, Content, Newsletter, Sales Funnel & Co. – das waren alles Dinge, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte!

Ich habe also gelernt, was es zu lernen gab. Und natürlich habe ich viel ausprobiert.

Insgesamt habe ich drei Jahre gebraucht, um zu lernen, zu verstehen, zu beobachten und herauszufinden, was ich für mein eigenes Business damit anfangen will.

In diesen drei Jahren bin ich mir über vieles klar geworden. 

Mein Wunsch nach Unternehmensberatung trat jetzt noch stärker in den Vordergrund. In naher Zukunft möchte ich Steuerberatung nur noch als „i- Tüpfelchen“ meiner Strategieberatungen anbieten.

Sowohl meine künftigen Themen als auch die Form der Zusammenarbeit mit meinen Klientinnen sind jetzt klar.

Allerdings braucht die Transition eines voll funktionsfähigen Unternehmens in ein anderes Business-Modell mit neuem Dienstleistungsangebot seine Zeit.
In Zukunft werde ich in kleinen Gruppen oder in VIP- Einzelcoachings arbeiten.

Außerdem werden Online-Programme, Retreats oder Live Kongresse das Angebot abrunden.

Grundsätzlich geht die Veränderung weg von „wir erledigen für den Kunden“ hin zu „wir befähigen den Kunden, es selbst zu tun“.

Hier geht es nicht mehr um Steuerberatung, sondern um Unternehmensführung und Leadership.

In den vergangenen drei Jahren habe ich sehr viel Content kreiert, Online-Kurse erstellt, Webinare gehalten, eine Facebook-Gruppe gegründet, Live-Videos gemacht usw.

Mein Gefühl sagte mir während dieser Zeit immer: Du bist auf der richtigen Spur!

Inzwischen weiß ich, was ich wirklich will und das ist so kraftvoll. Das ist etwas, das kann dir keiner von außen überstülpen, wenn du nicht bereit dazu bist.

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Ich möchte Akademikerinnen dazu befähigen, nicht wie ihre beste Angestellte in der eigenen Praxis oder Kanzlei zu arbeiten. Sie sollen die ausgetreten Pfade verlassen, die der Berufsstand und die Berufsvorschriften ihnen vorgeben und über den Tellerrand blicken. Ich möchte sie inspirieren, ihre unternehmerische Freiheit zu nutzen, weniger zu arbeiten und dabei mehr zu verdienen.

Etwas anderes ist aber auch extrem wichtig. Dein Netzwerk.

Ich bin noch immer erstaunt, welch ein wundervolles Netzwerk an gleichgesinnten Unternehmerinnen ich deutschlandweit und international in den vergangenen dreieinhalb Jahren aufgebaut habe.

Daraus haben sich Kooperationen mit Unternehmerinnen aus Deutschland, der Schweiz und den USA ergeben.

Vor zwei Jahren habe ich (m)eine Marke registriert: WOMANPRENEUR.

Mit diesem Wort verbinde ich meine Vision und eine bestimmte Art von Unternehmerinnen.

Nach meiner Definition haben Womanpreneure starke Wertevorstellungen, leben Leadership und Social Entrepreneurship und übernehmen Verantwortung.

Heute berate ich eben diese Womanpreneure und zeige ihnen, wie sie ihre Praxis oder Kanzlei anders führen können.

Die steuerliche Beratung ist dabei das Tüpfelchen auf dem „i“, die meine Strategieberatungen in unvergleichlicher Weise ergänzt.

Für Angehörige der Freien Berufe und Akademikerinnen gibt es viele neue Geschäftsmodelle.
Die Chancen der Digitalisierung und der Online-Welt werden noch fast gar nicht genutzt.
Die Berücksichtigung von Emotionen – der eigenen und denen des Gegenübers – bieten eine ganz neue Grundlage von Beziehungsaufbau.
Die Bereitschaft zur Persönlichkeitsentwicklung birgt riesige Chancen.

Zusammengefasst zeige ich meinen Klientinnen heute, wie sie ihre Praxis oder Kanzlei profitabel führen und zukunftsfähig ausrichten und dabei wieder mehr Zeit haben und die Freude an ihrer Tätigkeit wiederfinden. Außerdem lernen sie Leadership-Skills von mir.

Nach zehn Jahren Unternehmertum habe ich mein WARUM und meine wahre Leidenschaft gefunden.

Was kommt als nächstes?

Ich habe eine starke Vision

In meiner Vision sind Freiberuflerinnen tatsächlich Unternehmerinnen und Leader. Sie haben einen Impact auf ihre Patienten und Kunden, ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft.

Ich möchte erreichen, dass wir Frauen uns trauen, für unsere Wünsche und Ziele einzustehen, weg von antiquierten Rollen und Vorgaben.

Vor allem aber darf all das Freude und Spaß machen, denn wozu sind wir sonst eine Womanpreneur geworden?

Für mich persönlich hält meine Vision vieles bereit, unter anderem, dass ich als Speakerin auftrete, Bücher schreibe und dass ich auch außerhalb Deutschlands wohne und arbeite.

Hast du eine Vision für dein Business? Wenn nicht, dann empfehle ich dir, dich genau damit auseinanderzusetzen, was du wirklich möchtest.

Wie soll dein Berufs- und Privatleben in drei, fünf, sieben oder zehn Jahren aussehen?

Schreibe es auf! Dann mach dir einen Meilensteinplan.

Für 2019 habe ich IMPACT als mein Wort des Jahres gewählt. Es soll mich immer daran erinnern, worauf ich mich fokussieren möchte.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich wusste, wie ich das am besten umsetzen kann. Denn bei Impact geht es nicht um mich. Es geht um meine Kundinnen, meine Follower und um dich!

Inzwischen weiß ich auch, was ich dafür tun muss.

In diesem Jahr stehen drei große Meilensteine auf meiner Agenda:

  1. Ich werde regelmäßig Artikel veröffentlichen.
  2. Ich werde einen Podcasts starten, der meine Zuhörer inspirieren und motivieren soll, ihr Business und ihr Leben neu zu designen.
  3. Ich werde den 1. Womanpreneur® Kongress veranstalten.

Wow, wenn ich das lese, dann klingt das auch für mich sehr BOLD.

Glaube mir, die Magie passiert erst außerhalb deiner Komfortzone.

Ich würde mich freuen, wenn ich dich mit meiner Story dazu inspirieren konnte, dass du BOLD nach deinen Träumen greifst und sie dir erfüllst.
Denn wenn DU es nicht machst, wer soll es sonst für dich machen?

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