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Die Lösung gegen Bodyshaming bist du selbst!

Die Lösung gegen Bodyshaming bist du selbst!

Anna-Sophie Müller
Bodyshaming - The Bold Woman

„Sie wäre ja eigentlich eine echt schöne Frau, aber sie hat halt einfach zu viel auf den Hüften.“ – mit solchen oder ähnlichen Aussagen wurdest vielleicht auch du schon konfrontiert.

Solche Aussagen sind verletzend, oder? Dieses Gesicht von Bodyshaming kennen wohl die meisten betroffenen Frauen. Fat Shaming. Weitaus jedoch nicht die einzige Facette, die Bodyshaming mit sich bringt.

Doch was ist Bodyshaming überhaupt? Bodyshaming bezeichnet die Ausgrenzung, Diskriminierung oder sogar Mobbing aufgrund von körperlichen Komponenten. Dazu zählen nicht nur Aussagen bezüglich Angeblichem zu viel an Fett („Fat Shaming“), sondern auch zu wenig Fett („Skinny Shaming“), altersbedingte Merkmale, Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen und vieles mehr.

Dabei geht es in erster Linie nicht einmal darum, ob die betroffene Person wirklich an Über- oder Untergewicht leidet, sondern einfach um die subjektive Einschätzung der Gesellschaft, wie eine ideale Frau aussehen sollte.

Das Ganze funktioniert deshalb so gut, weil eine Beschreibung deines Körpers in der heutigen Gesellschaft nicht mehr nur als Adjektiv angesehen wird, sondern als ein Teil deines Charakters. So wird eine sehr übergewichtige Person automatisch mit faul, esssüchtig und unattraktiv verbunden, während jemand der eher an Untergewicht leidet schnell als krank, perfektionistisch und oberflächlich angesehen wird.  Adjektive wie z. B. dick, dürr, unproportional oder fett werden von den meisten Menschen der heutigen Gesellschaft als Beleidigungen oder Schimpfworte benutzt oder interpretiert. Es ist verletzend, wenn dich jemand als dick bezeichnet, weil die meisten Menschen automatisch von einer Bewertung dahinter ausgehen. Dabei sollte es doch einfach nur bleiben, was es ist: eine Beschreibung deines Körpers. Völlig ohne Bewertung, Verurteilung oder Interpretationsspielraum. Wir merken das vor allem, wenn wir beispielsweise mit übergewichtigen Personen über ihren Körper reden wollen, ohne beleidigend zu werden. Umschreibungen wie „etwas mehr auf den Rippen haben“, „korpulent“ oder „kurvig“ werden meistens als weniger beleidigend und charmanter angesehen.

Doch woher kommt diese Erwartungshaltung eines idealen Körpers? Die Basis von Bodyshaming bildet das Thema Selbstliebe. Das Thema Selbstliebe umfasst Unterthemen wie Selbstakzeptanz, Selbstwertgefühl und Selbstreflexion. Drei Bereiche, zu denen viele Frauen nicht in der Lage sind, sie auszuleben.

Frag dich selbst: Kannst du dich 100 % in deiner Gesamtheit akzeptieren? Bist du deine 1. Priorität? Stellst du deine Bedürfnisse über andere? Kannst du dein Verhalten reflektieren? Kannst du deine Gedanken und Vorurteile hinterfragen?

Das ist es, was Selbstliebe ausmacht. Sich selbst so zu lieben, zu akzeptieren und wertzuschätzen, wie eine beste Freundin. Du solltest die wichtigste Person in deinem Leben sein. Verwechsle bitte an dieser Stelle nicht Selbstliebe mit Egoismus oder gar Narzissmus. Gesunde Selbstliebe stellt dich selbst in den Fokus, aber du siehst auch noch all die anderen Menschen um dich herum. Es geht nicht immer nur um dich, aber du achtest auch darauf, dich selbst nicht mehr zu vergessen oder ganz hintenanzustellen. Du darfst deine Priorität sein.

Was hat das Ganze jetzt mit Bodyshaming zu tun? Die häufigste Form von Bodyshaming ist das Self Shaming. Sich selbst für seinen Körper zu schämen und das eigene Spiegelbild mit Hass, Trauer oder Ablehnung zu betrachten, wenn wir dazu überhaupt noch in der Lage sind. Wir sehen unseren Körper als Feind an, gegen den wir einen ständigen Kampf führen müssen. Wir quälen uns durch Diäten und Trainingsprogramme, verlernen das Leben zu genießen und können die schönen Dinge im Leben gar nicht mehr richtig wahrnehmen, weil wir nur darauf fokussiert sind, wie wir dabei aussehen oder was es mit unserem Körper macht.

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Wir vergleichen uns ständig mit anderen, wollen genauso toll aussehen wie Hollywood-Sternchen, Influencer oder die Models auf den Magazinen. Achtung, jetzt kommt ein kleiner Reminder an dich:

Die meisten Schönheits-Ideale mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden sind Fake.

Bodyshaming - The Bold Woman

Tief im Inneren wirst du das wissen, aber ich darf dich gerne noch einmal daran erinnern. Das, wonach du strebst, ist nicht echt. Es ist das Ergebnis von Photoshop, einem guten Fotowinkel, Make-Up, Filtern, guten Fotografen und Designern sowie teilweise eines echt talentierten Schönheitschirurgen. Die wenigen Personen aus diesen Szenen, die wirklich noch echt sind und trotzdem scheinbar perfekt aussehen, verdienen damit meistens ihr Geld, geben eine Menge Geld für Köche und Personal Trainer aus und stecken sehr viel harte Arbeit rein, weil es ihr Job ist, für eine bestimmte Rolle beispielsweise als Schauspielerin die ideale Figur zu haben und selbst dafür gibt es häufig Körperdouble.

Was ich damit sagen will:

Bodyshaming und vor allem Self Shaming funktioniert nur, weil wir uns selbst nicht genügend Selbstliebe in allen Facetten entgegenbringen und uns dadurch permanent mit anderen vergleichen. Dazu kommen natürlich noch die Medien, die von deinem geringen Selbstwertgefühl profitieren und dich mit Wundermitteln, Zaubercremes und den „besten 5 Tipps gegen Cellulite“ oder „10 kg in 10 Tagen loswerden“ anlocken.

Um das gleich vorweg zu nehmen: Nein, die Medien sind nicht schuld, dass du dich für deinen Körper schämst und dein Selbstwertgefühl im Keller ist. Dafür bist du ganz alleine verantwortlich. Fang an zu lernen, dass du selbst für dich, deine Gedanken und deine Einstellung verantwortlich bist. Übernimm Verantwortung für deine Handlungen. Arbeite an deiner Selbstliebe, dann wirst du auch Bodyfaming statt Bodyshaming praktizieren können.

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