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Mit 72 noch arbeiten? In 5 Schritten zur finanziellen Freiheit

Mit 72 noch arbeiten? In 5 Schritten zur finanziellen Freiheit

Gisela Enders
dein weg zur finanziellen Freiheit im Alter

Reichtums-Impulse von Gisela Enders

 

Weißt Du, wie lange Du arbeiten wirst? Weißt Du, wie Dein Geld im Alter reichen wird? Weißt Du, wie du die Anforderungen zur finanziellen Freiheit berechnen kannst? Nach vielen, vielen Geldcoachings weiß ich, dass sich nur wenige Menschen unter 30 mit dieser Frage beschäftigen, manche mit 40, viel mehr mit über 50 und dann eine ganze Reihe mit über 60. Was soll ich sagen, bei vielen über 60 bleibt nichts Anderes, als eine Art Gründungsberatung. Mit der Frage, was kannst und möchtest Du tun, um Deine gesetzliche Rente so lange es irgend geht durch einen Job oder eine Selbständigkeit aufzubessern. 

 

Der Artikel ist für Dich, wenn Du möglichst unter 60 bist und Du im Alter finanzielle Freiheit genießen willst. Also die Freiheit, was immer Du nach dem Arbeitsleben tun willst, zu tun. Und wenn dies einfach nur ist, Dein bis dahin gelebtes Leben fortzuführen. In 5 Schritten zur gesicherten Zukunft – und am Ende kannst du im kleinen Rentenrechner Deine Daten zur finanziellen Freiheit prüfen.

 

Hast Du Lust? Eher keine Lust? Das kann ich zwar verstehen, hilft aber leider nicht weiter. Es mag sein, dass im ersten Schritt die Beschäftigung mit der Rente so unsexy ist wie Bewerbungen für einen neuen Job zu schreiben oder auch die Lebensumstellung bei einer Laktoseunverträglichkeit. Trotzdem wirst Du bei beiden Herausforderungen tätig werden, wenn es nötig ist. Der große Unterschied: Es fällt uns als Menschen schlicht einfacher, Probleme zu lösen, die nah in der Zukunft liegen und nicht erst viel, viel später. Einen neuen Job brauchst Du bald, eine Unverträglichkeit macht unmittelbar Ärger und schreit nach einer Ernährungsumstellung. Bei der Rente kommt der Ärger erst Jahrzehnte später. Dann aber ist er leider nicht zu korrigieren.

 

Das liegt am ZinsesZins und natürlich der Spardauer

Wenn Du beispielsweise 300.000 € brauchst, um Deine Rentenlücke zu schließen, dann muss eine 60jährige jeden Monat gut 3.000 € sparen, um das Ziel zur finanziellen Freiheit zu erreichen. Wenn Du dagegen 30 bist, brauchst Du lediglich 300 €. Letzteres wäre für viele machbar, wenn sie eben so früh anfangen. Ich habe hier übrigens mit 4% Zins gerechnet, also mit einer Wertsteigerung. 

Der Weg zur finanziellen Freiheit

 

Was also jetzt tun? 

Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück. Lass Dich nicht von der Größe des Problems überwältigen. Folgende Schritte werde ich Dir hier vorstellen: 

  1. Deine bisherigen Rentenerwartungen
  2. Dein Geldbedarf im Alter
  3. Deine persönliche Inflation
  4. Deine Lebenserwartung
  5. Dein notwendiger Vermögensaufbau

 

1. Deine bisherige Rentenerwartung

Wenn Du angestellt bist und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, erhältst Du jährlich eine Übersicht. Hier steht in einem Kasten rechts drei Zahlen. Die unterste Zahl ist die, die am nächsten an Deine Rente rankommt. Da von dieser noch Krankenversicherungsbeiträge und Steuern zu zahlen sind, kannst Du getrost 20% abziehen, um Dich dem Betrag zu nähern, den Du von der gesetzlichen Rentenversicherung behalten darfst. Möglicherweise hast Du auch noch eine betriebliche Altersvorsorge oder eine private Rentenversicherung, die jeweils in ihren Mitteilungen u.a. von garantierten Auszahlungsbeträgen reden, die kannst Du dazu addieren. 

Ich mach mal ein Beispiel: Renate, 45 Jahre alt, bekommt als gesetzliche Rente 1.550 €, dazu eine lebenslange Rente von 250 €. Macht zusammen 1.800 €. Davon ziehen wir 20% für Krankenversicherung und Rente ab, dann bleibt Renate 1.440 € zum Leben.

 

2. Dein Geldbedarf im Alter

Dieser Betrag ist natürlich höchst individuell. Willst Du im Alter auf einem Kreuzfahrtschiff reisen oder in einer kleinen Wohnung gemütlich auf dem Land leben? In unserem Fall geht Renate davon aus, dass sie nicht mehr so viel Geld wie heute benötigt und gut von 1.800 € leben kann.

 

3. Deine persönliche Inflation

Wir gehen hier mal von der durchschnittlichen (oder muss ich sagen historischen?) Inflation von 2% aus, Du kannst hier aber auch Deine individuelle Inflation ausrechnen bzw. eine Inflation annehmen, die Dir aktuell für die Zukunft passender erscheint.

 

4. Deine Lebenserwartung

Noch viel individueller und schwer auszurechnen. Ich rechne gerne mit 100, einfach um auf Nummer sicher zu sein (und selbst da kommen ja manche noch drüber…). 

Die Annahmen für die Zukunft

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Dein Geldbedarf, Deine Inflation und Deine Lebenserwartung bestimmen maßgeblich, wieviel Vermögen Du aufbauen musst. In unserem Fall sieht das bei Renate folgendermaßen aus.

 

6. Der notwendige Vermögensaufbau

Die benötigten 1.800 Euro sind in 22 Jahren 2.800 €. Heißt sie benötigt 1.360 € zuzüglich Ihrer gesicherten Einkünfte. Und das für 37 Jahre. Macht rund 370.000 €. 

Sie hat 22 Jahre, um dieses Vermögen aufzubauen. 50.000 € hat sie bereits gespart. Um das restliche Vermögen aufzubauen, muss sie bei 4% Rendite monatlich 600 € investieren. 

Die Zahl mag schockieren und führt vielleicht bei Dir dazu, die Sache erstmal gedanklich wieder ad acta zu legen. Mit dem Problem, dass Renate (oder Du) in 5 Jahren dasselbe Problem haben, dann aber die monatliche Rate bereits bei über 940 € liegt. 

 

Daten zur finanziellen Freiheit berechnen

Um das ganze für Dich selbst auszurechnen, habe ich für Dich einen kleinen Rentenrechner  entwickelt, in dem Du Deine Zahlen und Annahmen eingeben und ausprobieren kannst, welche Möglichkeiten für Dich denkbar sind. Empfehlen kann ich Dir außerdem das Buch von Anette Weiß „Rente ohne Roulette“, in einfachen Rechenbeispielen erklärt sie Dir sehr anschaulich, wie die Rente sich zusammensetzt und was Du tun kannst. Viel Erfolg bei deinem Weg zur finanziellen Freiheit !

Hier gibt es noch mehr zum Thema Geldanlagen und der Rubrik Unf•ck Your Finances .

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