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Mit Female Storytelling zur nächsten Beförderung!

Mit Female Storytelling zur nächsten Beförderung!

Nadin-Shirin Zimmermann
female storytelling The Bold Woman

Mit Female Storytelling zur nächsten Beförderung!

Text von Nadin-Shirin Zimmermann

Du bist in Gesprächsrunden eher zurückhaltend? Du weisst nicht was Du fundiert und wertstiftend einbringen kannst? Du möchtest auf jeden Fall sachlich und themenfokussiert wirken? Und Du ergänzt die Geschichte deines männlichen Kollegen um einen wichtigen und wertvollen Punkt?

Dann bist Du reif für FEMALE STORYTELLING.

Denn wer von uns kennt sie nicht – die gläserne Decke? Und während sich das gesellschaftliche Bewußtsein gerade für diese Ungleichbehandlung öffnet, ist genau jetzt die richtige Zeit mit alten Mustern zu brechen und mit unserem weiblichen „Storytelling“ durchzustarten und dadurch ein neues Narrative zu prägen.

Denn unsere Gehirne wollen gute Geschichten und keine langatmigen Zahlen, Daten und Fakten verarbeiten, weil sie uns seit Jahrtausenden das Überleben sichern. Und deshalb lässt der Türsteher im Gehirn Emotionen und Storys herein, während rationale Erklärungen draußen warten müssen.

Das bedeutet, dass unsere Geschichten die Basis für das Vertrauen in uns als Mensch und somit eben auch in unsere Führungskompetenzen sind. Und für uns Frauen heißt das ganz konkret, daß wir im Gespräch mit den Chefs, mit den Kollegen und mit unseren Mitarbeitenden unsere Stories erzählen müssen!

Und dafür müssen wir unser bisheriges Verhalten, das noch aus den Lagerfeuerzeiten mit Geschichten vom Heldenepos übers Märchen bis hin zu Sagen mystischer und mystischer Begebenheiten stammt, ändern.

Denn schon seit damals ergänzen wir Frauen in gemischten Gruppen – also mit Männern – lediglich die Geschichten der Männer. Zwar um witzige, schlaue und subtile Kommentare aber eben nur als Add-on.

Wenn wir aber unter uns sind – in reinen Frauengruppen -, dann werden wir zu aktiven Geschichtenerzählerinnen und zwar genauso wie die Männer: wir reden über unsere persönlichen Geschichten und Anekdoten – hier vielleicht ein bisschen ernster als die Männer- aber wir können genauso witzig sein und bringen öfter mal auch das Übernatürliche also weiter Kräfte und Energien mit ein.

Erkennst Du das wieder? 

Und auch eine wissenschaftliche Studie zu Storytelling über drei Generationen bestätigt, daß sich weibliches storytelling überwiegend auf Frauengruppen und auf kleinere, vertrautere Gesprächseinheiten beschränkt. Jedoch nur aufgrund der bisherigen gesellschaftlichen Regeln und Normen und nicht weil wir es nicht können!!

Also liebe Frauen das müssen wir doch mal genau JETZT ändern! Sonst sind wir weiterhin diejenigen, die einen guten Punkt zur Geschichte des männlichen Kollegen ergänzen und nicht die, die die Erfolgsgeschichte des letzten Projekts erzählt.Und da kommt mir doch die gute alte Margaret Thatcher in den Sinn: denn sie prägte den Satz:

Wenn du willst, dass etwas gesagt wird, frag‘ einen Mann. Wenn du willst, dass etwas getan wird, frag‘ eine Frau!

Das an sich ist super gut fürs Unternehmen, für das Projekt und fürs Team, aber wir Frauen bleiben so die fleißigen und verlässlichen Arbeitsbienen während die Männer befördert werden.

Denn die Frage, wer wann warum befördert wird, entscheidet sich meist daran, wie groß das Vertrauen ist, das der Vorgesetzte zu der Person hat, um die es geht.

Und da kommt nun unsere persönliche Beförderungsgeschichte ins Spiel. Weil wir mit der richtigen Story Vertrauen aufbauen, unser Gegenüber in kürzester Zeit von uns überzeugen und so unsere Karriere voranbringen. Und nonchalant diese leider immer noch bestehenden drei Hürden überwinden.

 

1. Old Boys Networks

Die kennen wir alle, denn die Führungsspitze von Unternehmen ist meist von Männern geprägt – Frauenquote hin oder her. Und das führt dazu, ob Mann und oder Frau es will, daß wir Frauen dabei mit unterbewussten Vorurteilen konfrontiert werden. Diese Barrieren müssen wir als erstes durchbrechen. Und da hilft uns gutes networking.

 

2. Die Unterschiede der männlichen und weiblichen Art zu kommunizieren

Nun zitiere ich hier ganz bewußt einen Mann – Veit Etzold, Professor für Marketing, Vertrieb, Strategie und Storytelling sowie Lehrstuhlinhaber des Kompetenzzentrums für Neuromarketing der Hochschule Aalen. Er beschreibt diese Hürde für Frauen folgendermaßen:

„Als ob die Dominanz der Männer in den Führungsetagen für Frauen nicht schon hart genug wäre, können Männer auch noch besser dafür sorgen, dass dieser ungerechte Zustand möglichst lange anhält. Während es Männern oft gelingt, sich selbst glänzend darzustellen und sich als Retter der Firma zu inszenieren, stellen Frauen ihr Licht nur allzu gerne unter den Scheffel. Männer hingegen hauen erst einmal auf die Pauke, bekommen den Job und entschuldigen sich zur Not später, wenn etwas schiefgegangen ist.“ 

Und ich glaube, da hat er recht, denn da kann ich mich auch an die eigene Nase fassen, denn auch mir fehlt es oft an der Entschlossenheit, im rechten Moment positiv über mich selbst zu reden! Und wenn ihr jetzt auch leicht seufzt und denkt: Das kann ich auch nicht oder da bin ich auch nicht gut drin. Dann sage ich: „Vielleicht liegt es nicht daran, daß wir nicht gut sind sondern weil die gesellschaftlichen Regeln es uns suggerieren.“

Aber egal was die Gründe sind, da müssen wir jetzt ran liebe Frauen: Wir müssen uns trauen und vorbereitet sein für diese seltenen „moments of truth“, in denen wir zeigen können, dass es sich lohnt, auf uns zu setzen

Dazu müssen wir jede Möglichkeit sei es im Personalgespräch, im Feedbackgespräch oder bei inoffizielle Zusammentreffen nutzen. Manchmal sind es auch nur zufällige Treffen in der Cafeteria oder im Aufzug, die uns die Chance bieten, mit unserem Vorgesetzten zu sprechen und kurz und klar zu erzählen, warum genau in uns das Potenzial zu höheren Positionen steckt. In einem Frauennetzwerk moderierte ich einen Talkabend zum Thema: Wie Frauen die gläserne Decke durchbrachen. Und alle diese Frauen benannten als ihren Erfolgsfaktor Nummer eins, dass sie sich auf LinkedIn mit Erfolgs- und Lerngeschichten, ihren Werten und Perspektiven sowie den Errungenschaften ihrer Arbeit bekannt gemacht haben. Das ist sicherlich ein gutes und probates Medium, um seine berufliche Geschichte zu erzählen. 

 

3. Männer reden anders als Frauen

Oft fehlen den männlichen Führungskräften die Antennen für die Kommunikationssignale einer Frau. So können wir Frauen gut erspüren, über welches Geburtstagsgeschenk sich ein Mann freuen würde, während Männer dabei völlig hilflos sind, weil sie über dieses feine Gespür für das Gegenüber nicht verfügen. Da wir Frauen annehmen, daß Männer auch über diese feinen Antennen verfügen, kommunizieren wir deutlich subtiler und weniger direkt. Und jetzt zitiere ich nochmal Veit als Mann der sagt: „würde ein Mann über diese

Fähigkeit (also die feinen Antennen) verfügen so sollte man meinen, könnte der doch die Fähigkeiten einer Frau auch hinter einer langweiligen Story erkennen. Doch leider fehlen gerade männlichen Führungskräften diese Antennen. Ja, oft sind für Männer, die Karriere machen wollen oder gemacht haben, diese Antennen sogar hinderlich, denn sie stören, wenn es darum geht, durchsetzungsstark und manchmal auch skrupellos ihre Projekte durchzuziehen.

Mit ist wichtig, dass dies erstens eine Verallgemeinerung ist und zweitens auf gar keinen Fall als Abwertung der Männer dient – sonder es soll uns Frauen lediglich bewußt machen, unsere weibliche Strategie zu ändern!

Und zwar indem wir unsere Geschichten „bold“ und mutig erzählen und dadurch sichtbar machen. Im Panda Netzwerk trafen wir uns letztens in einer Gruppe von erfahrenen Frauen (+45 Jahre), die von ihrem Lebensweg erzählten und ALLE wirklich ALLE haben sich für ihre nicht linearen, eben typisch weiblichen Lebensläufe schlecht gefühlt und klein gemacht. Aber warum erzählen wir nicht die Geschichte von der persönlichen Situation, die zu der Veränderung geführt hat, was wir daraus gelernt haben und wie wir uns dadurch persönlich entwickelt haben. Wie wir schwierige Herausforderungen gemeistert und dadurch neue Kompetenzen erlernt und dabei auch noch etwas Gutes für die Familie geleistet haben.

Und ein ist klar: Frauen erzählen anders, das bestätigt auch Dora Heldt – Bestsellerautorin und Coach für Autoren. Sie sagt: „Frauen erzählen Geschichten vernetzter und aus ihrem alltäglich Erlebten heraus. Dabei sprengen sie häufig vorherrschende Denk- und Erzählmuster indem sie unterschiedlichste Gefühlswelten, Zeiten und Perspektiven miteinander vernetzen.”

See Also

Lücken im Lebenslauf

Und genau dieses vernetze, neue Denken und Erzählen brauchen wir auch in den Unternehmen – denn die Success Stories der Zukunft sind nicht linear! Deswegen wundert es auch nicht, daß im Mc Kinsey Report zu den Kompetenzen der Zukunft „Storytelling und public speaking“ als eine wichtige Fähigkeit gleichwertig zu mentaler Flexibilität und Agilität aufgeführt wird.

Und ich mache jetzt keine Werbung dafür, daß wir den nächsten Storytelling Kurs buchen sollen, aber ich weiß, daß wir aktiv die Gespräche führen müssen und in den Lead für unsere Geschichten, unsere Erfolge und unsere Perspektiven gehen müssen und damit auch unseren Weg in die Führungsetagen ebnen. Es ist Zeit mit unseren weiblichen Geschichten einen neuen Narrative zu prägen – dazu möchte ich Euch alle ermutigen – denn das KÖNNEN wir und jetzt TUN wir es auch!

 

Autorin: Nadin-Shirin Zimmermann

Leaderin| Speakerin| Podcasterin|

Kompetenzen der Zukunft

 

Cindy war auch im Podcast von Nadin zum Thema “Female Storytelling”. Hier kannst du die Folge anhören:

female Storytelling Podcast Cindy Pfitzmann Nadin-Shirin Zimmermann
Femture Podcast: Female Storytelling mit Cindy Pfitzmann und Nadin-Shirin Zimmermann

Hast du eine #bold Story, die es wert ist erzählt zu werden? 

Hast du etwas richtig tolles erlebt, etwas was außerhalb deiner Komfortzone lag und das nicht 0815 Status Quo war? Willst du damit mal so richtig auf den Tisch hauen und allen Menschen zeigen, was eine Powerfrau in dir steckt?

Und vor allem andere Frauen damit inspirieren?

Oder aber du hast eine schwere Zeit durchlebt, hast alles überstanden und stehst jetzt mit erhobenem Kopf da. Willst du anderen Frauen zeigen, dass alles möglich ist, egal wie ausweglos eine Situation erscheinen mag?

Wir glauben: 

Every Woman has a Story. 

Lass uns deine hören:

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