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Ursprüngliches Ziel: Hollywood

Ursprüngliches Ziel: Hollywood

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Das Leben kann nur vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden

Eigentlich dachte ich, dass ich für immer in der Filmindustrie arbeiten werde. Irgendwann meinen eigenen Hollywood Film im Kino schauen und über den roten Teppich spazieren werde. Aber der rote Teppich führte mich ganz woanders hin…

Ich studierte Film in England und startete direkt nach der Uni mit einem eigenen Projekt. Ich schrieb gemeinsam mit meiner besten Freundin Genevieve ein Drehbuch namens „CamelThorns“. Es ging um zwei Frauen in unserer Heimat Namibia, die auf der Flucht durch die Wüste und auf der Suche nach sich selbst waren. Unsere Vision war: Hollywood.

Wir pitchten das Projekt an Doug Liman (Regisseur: Mr+ Mrs. Smith und Bourne Identity) und erhielten letztendlich das nötige Budget von 15.000 Euro für einen 20-minütigen Teaser.  Die folgenden vier Monate verbrachten wir non-stop an der Verwirklichung des Teasers. Gemeinsam mit Freunden bauten wir das Set, besetzten die Rollen und stellten eine Filmcrew von 25 Menschen zusammen. Wir drehten bei 40 Grad im Schatten in Namibia auf einer Farm und hatten unglaublich viel Spaß. Ein Traum wurde wahr. Der Kurzfilm war ein großer Erfolg, wir wurden auf Festivals eingeladen und bekamen Auszeichnungen, waren in der Presse, im Radio und im Fernsehen. Es lief also alles nach Plan.

 

Stolpern auf dem roten Teppich

Durch verschiedenste Ereignisse zog uns das Leben nach Berlin. Unser nächstes Ziel war es, den Langfilm zu finanzieren. Also machten wir uns daran, das Ziel zu erreichen. Aber was bei dem Teaser problemlos verlief, gestaltete sich nun ganz anders: Plötzlich kassierten wir eine Absage nach der anderen.

Keiner wollte den Langfilm unter unseren Bedingungen fördern. Sprich, dass wir letztlich entschieden wer als Cast und Crew dabei ist. Das Interesse lag daran, den Film abzukaufen und umzugestalten, aber ohne uns. Hinzu kam auch noch, dass die Freundschaft zwischen Genevieve und mir immer mehr zu bröckeln begann.

Wir gerieten aneinander, fühlten uns missverstanden und verletzt. Kurz darauf stand ich dann vor einem Scherbenhaufen. Genevieve und ich beendeten die Zusammenarbeit und ich fiel in ein tiefes Loch, ich wollte am liebsten nur im Bett bleiben und warten, bis der Alptraum vorbei ist. Stattdessen bin ich in das „Berliner Feierleben“ geflohen, hab eine Beziehung nach der nächsten gegen die Wand gefahren und mir ständig im Außen Dramen kreiert. Zudem geriet ich in eine Essstörung, habe mich konstant über mein Äußeres definiert und war ständig wütend.

 

„Beweiseritis“ und falsche Glaubenssätze

Ich habe trotzdem weitergemacht, an verschiedenen Projekten gearbeitet und mich täglich aus dem Bett gequält. Was konnte ich auch sonst tun? Den Beruf schmeißen? Nochmal von vorne anfangen? Das kam für mich nicht in Frage. Ich hatte schließlich Film studiert und meine Eltern hatten mir ein teures Studium in England finanziert. Ich hatte einige Weiterbildungen im Schauspiel gemacht und hatte da eine gute Agentur.

In meinem Bewußtsein war das der finale Beruf, den ich zu machen hatte und zwar bis an mein Lebensende. Außerdem war ich auf einem „Beweis-Trip“ („Beweiserites“ nenne ich das heute): Filme machen war in meiner kleinen Welt in Windhoek etwas besonderes. Ich dachte, wenn ich nicht in der Filmbranche arbeite und über einen roten Teppich laufe, sei ich wertlos. Die Filmindustrie war teil meiner Identität.

 

Mein Weg zum Coaching

Meine erste Begegnung mit Coaching, hatte ich schon Anfang 20. Während meiner Arbeit als Schauspielerin und auch Drehbuchautorin, habe ich immer wieder mit Coaches und Psychologen zusammengearbeitet. Ich war deshalb dem Coaching gegenüber schon länger aufgeschlossen und hatte immer mal wieder ein Coach an meiner Seite.

Mein Coach damals führte mir sehr deutlich vor Augen, dass ich unglücklich war. Vor allem, was meinen beruflichen Lebensweg anging. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts davon wissen. Ich war noch nicht bereit, mir das einzugestehen und in die Veränderung zu gehen. Trotzdem widmete ich meiner eigenen persönlichen Weiterentwicklung immer mehr Zeit

 

Mein persönliches Happy End

2016 entschied ich mich dann, selbst eine Coachingausbildung zu absolvieren. Ich hatte nicht die Intention, als Coach zu arbeiten, viel mehr wollte ich mir weiterhin Tools aneignen, um meine Karriere im Film zu pushen. Die Ausbildung machte mir Spaß, ging vorbei wie im Flug und plötzlich waren es nur noch drei Monate bis zur Prüfung. Hier sollten wir vor Dozenten und anderen Auszubildenden eine Person coachen. Mir wurde klar: Wenn ich die Prüfung bestehen will, dann brauche ich Übungsklienten. Ich verfasste einen Beitrag auf Facebook und postete diesen in eine Gruppe.

Wer hätte gedacht, dass dieser Post schlussendlich mein Leben verändern würde: Es meldeten sich über 150 Menschen auf mein Angebot und ich habe ALLE genommen. Ich war plötzlich für drei Monate ausgebucht. Das Timing war perfekt, ich hatte gerade ein Film pojekt abgeschlossen und hatte Zeit. Schon nach der ersten Woche war mir klar: Ich kann nie wieder etwas anderes machen! Das ist meine Berufung!

 

The Rest Is History!

Die Prüfung war natürlich ein Klacks. Ich kündigte meinen Job im Film und gründete meine Coaching Praxis. Mein Umfeld dachte, jetzt spinne ich total. “Was ist aber mit dem Film, willst du einfach aufgeben?“ Ich hatte natürlich unglaublich mit meinem Ego zu kämpfen, aber ich hatte mich entschieden. Mir wurde klar, dass ich mich das erste Mal in meinem Leben für mich selbst entscheide, dass ich das erste Mal mich selbst nicht aufgebe. Das war die Befreiung.

Das Leben kann nur vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden. Rückblickend machen die letzten 15 Jahre komplett Sinn. Das Leben hatte einen anderen Plan für mich, ich wurde genau auf diesen Moment vorbereitet. Mein Learning? Vertrauen und sich dem Fluss des Lebens hingeben, anstatt Dinge kontrollieren zu wollen. Denn eins ist klar, das Leben ist immer für uns!

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Story by Nicole Davidow

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